Der Plan ist tot – es lebe die Planung!

Eisenhower, der amerikanische Präsident, soll gesagt haben:

Planen ist alles, Pläne sind nichts.

Das ist eine grob Übersetzung von:

Plans Are Useless, But Planning Is Indispensable.

Die Idee dahinter: Wenn man sich keine Gedanken macht, was man will, wo man hin möchte, was das Ziel ist, kann man nichts erreichen. Aber letztlich werden die Ziele nicht durch die Pläne erreicht, die man sich machte. Sie werden erreicht, weil man das Ziel kennt.

Das ist ein gewaltiger Unterschied.

Gerade in Deutschland habe ich immer wieder den Eindruck, dass man mit den Zielen auch die Wege fest legt. So muss es laufen, weil das am besten, am gradlinigsten, am effektivsten ist. Wenn dann etwas dazwischen kommt, scheitert auch das Ziel. Obwohl das nicht sein müsste. Man könnte auch anders hin kommen, aber man hat nicht nur das Ziel festgelegt, man hat sich auch auf den Weg geeinigt und diesen festgelegt.

Wenn dann der Weg aus irgendwelchen Gründen nicht mehr gegangen werden kann, tja, dann steht man da und weiß nicht weiter. Oder man gibt das Ziel auf.

Bei großen Projekten, wo das Aufgeben keine Option ist, weil man sonst Millionen verliert, geht dann meist mehr Geld rein als geplant war.

Wie kann eine Lösung aussehen?

In unserem Kontext gibt es immer drei Mitspieler:

  • die Geldgeber: meist Nordamerika oder Europa, strategisch denkende Leute, die ihr Geld möglichst gut – um nicht zu sagen genial – angelegt haben wollen.
  • die Einheimischen: meist nicht aus den oben genannten Gebieten, meist in irgendeiner Weise hilfsbedürftig, meist einfach nur daran interessiert, dass es voran geht.
  • wir, die wir dazwischen stehen und beide Seiten verstehen können, aber auch wissen was geht und was nicht.

Es gibt zwei Dinge, die einfach unverzichtbar sind:

  • Eisenhowers Planen, aber ohne zu sehr am Plan zu hängen. Das ist für die Betroffenen meist kein Problem, für die Geldgeber kann es das sehr wohl sein.
  • Kommunikation: Die Distanz, die Diskrepanz, das Unverständnis, das aus dem Scheitern der Pläne resultiert, muss gut und ausführlich kommuniziert werden.

Wir gehen also von Anfang an davon aus, dass unsere Pläne nicht klappen, weil sie es nie tun. Wir brauchen sie aber. Das Planen ist absolut notwendig. Das Problem ist aber, dass diese Kommunikation über Planen und verfehlte Pläne anstrengend und aufreibend ist. Und wir haben noch anderes zu tun, z.B. die Pläne umsetzen soweit wie möglich.

An diesem Aufwand, dieser Arbeit scheitere ich gerade häufiger. Es scheint einfach kaum möglich zu sein, die kulturellen Barrieren zu verkleinern geschweige denn aufzulösen. Etwas frustrierend, aber wohl realistisch!

Gott sei Dank ist bisher kein Projekt völlig gescheitert. Sie mussten verändert, verkleinern, umgestaltet werden, aber sie fanden noch statt und haben positiv gewirkt. Ob das in Zukunft immer so bleibt, wird sich zeigen.

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